Die verschenkte Tat

Es wird von einem Mann berichtet, dessen Waagschalen am Tag des Jüngsten Gerichtes gleich standen, und er verfügte über keine weitere gute Tat, und sei sie noch so winzig, um sie in die Waagschale zu seinen Gunsten zu werfen.

Da gestattete ihm Gott, der Erhabene, hinzugehen, um jemanden zu finden, der bereit wäre, ihm eine seiner guten Taten abzutreten, sodass er doch ins Paradies gelangen könnte.

Er ging nun zwischen den Welten einher, aber es wollte ihm nicht gelingen, jemanden zu finden, der ihm eine einzige gute Tat schenkte, denn jeder, den er fragte, befürchtete, daß seine eigenen guten Taten nicht ausreichen würden und er ihre noch vielmehr bedürfe als der Bittsteller.

Als er dabei war, jede Hoffnung aufzugeben, fragte ihn ein Mann: “Was suchst du?”

“Eine einzige gute Tat – manche, die ich gefragt habe, haben 1000 davon und waren doch zu geizig, mir eine einzige abzugeben.”

Da sagte der Mann Zoe: “Ich stand bereits vor dem Gericht, und es hat sich herausgestellt, daß ich nur über eine einzige gute Tat verfüge – sie wird mir kaum nützen. So nimm du sie von mir als Geschenk.”

So ging der Bittsteller voller Freude mit der guten Tat zurück zum Gericht, und als er gefragt wurde, berichtete er vor dem Herrn, was geschehen war. Daraufhin wurde der Mann gerufen, der ihm die gute Tat geschenkt hatte, und Gott, der Allmächtige, sprach zu ihm: “Mein Edelmut übertrifft deinen Edelmut. So nimm deinen Bruder bei der Hand und geht beide ein ins Paradies!”